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O f i c i n a   V i c t o r i a

  Seht hoch zu den Sternen. Dort oben, über der finsteren Nacht,

tanzt gemächlichen Schrittes der alte Mond des Salpeters,

der festen Hand des Calicheros¹ harrend, um gemeinsam

die letzten Tore zu durchschreiten.


                                                                                                    Andrés Sabella
¹ Grubenarbeiter der Salpeterwerke


 

Die Oficina Victoria wurde 115 km südöstlich von Iquique auf dem ehemaligen Areal der Salpeterwerke Brac und Franka errichtet, die beide nach dem Aufbereitungsverfahren von Shanks operierten.

 
Aufbereitungswerk der Oficina Brac



Salpeterwerk Oficina Victoria: Aufbereitungsanlage zur Auslaugung der Salpetersalze in „Cachuchos" (Lösegefäßen), im Hintergrund ein Verladekran (Foto: Fermín Cardalda)
 

Mit dem Bau wurde 1941 begonnen; fertiggestellt wurde die Anlage 1944. Die Produktionsform entsprach der der Salpeterwerke María Elena und Pedro de Valdivia (System Guggenheim), unterschied sich jedoch in der Endphase durch einen Vorgang, der unter dem Namen „Krystal" bekannt ist. Das Werk hatte eine Leistungs-
fähigkeit von 160.000t Salpeter pro Jahr und erreichte in den Jahren 1954/55 eine Höchstproduktion von 145.000t.

 


 

Den Rohstoff (Caliche) erhielt man einerseits aus Gebieten, die vormals schon von Salpeterwerken wie Buenaventura, Slavonia, Bellavista, Alianza, Franka und Brac nach dem Aufbereitungsverfahren von Shanks genutzt wurden. Andererseits förderte man den Caliche aus noch unberührter Pampa, deren Nitratgehalt in den oberen Schichten dem Richtwert des Produktions-
verfahrens entsprach, d.h. die 7% Hürde überstieg.

Ursprünglich gehörte dieses Salpeterwerk der Salpetergesellschaft Compañía Salitrera de Tarapacá y Antofagasta, deren Vor-
sitzender Don Osvaldo de Castro war.

 
Blick auf die gesamte Aufbereitungsanlage der Oficina Victoria


 
Blick vom Gebäude „Rancho de Empleados”, in dessen Klubräumen sich leitende Angestellte und das Führungspersonal trafen. Von rechts nach links: Avenida Valparaíso, Theater, Markt und „Pulpería“, das unternehmenseigene Geschäft (Juli 1979, Foto: Elisa Flores)
 
Blick auf die Plaza Viña del Mar vom Salpeterwerk Victoria (Juli 1979, Foto: Elisa Flores)


 
Kristallisationsanlage, dahinter die „Canchas de Salitre“, die Trockenlagerplätze (Juli 1979, Foto: Elisa Flores)
 

Finanzielle Einbußen führen 1960 zur staatlichen Intervention durch die Corporación de Formento de la Producción (CORFO), die staatliche Einrichtung zur Förderung des Wirtschaftswachstums. Um die Produktion aufrecht zu erhalten, wird das Unternehmen Empresa Salitrera Victoria (ESAVI) gegründet, das bis ins Jahr 1968 die Verwaltung des Salpeterwerkes übernimmt. In eben diesem Jahr kommt es zur Fusion mit den ehemaligen Salpeterwerken des Unternehmens Anglo Lautaro (Oficina María Elena und Pedro de Valdivia), durch die die Sociedad Quimica y Minera de Chile (SOQUIMICH), die Gesellschaft für chemische Industrie und Bergbau in Chile.

Unter dieser Verwaltung läuft die Produktion mehr oder weniger erfolgreich weiter. Die stetig ansteigenden Produktionskosten führen jedoch dazu, dass man dem internationalen Konkurrenzdruck nicht mehr standhalten kann und das Werk am 31. Oktober 1979 geschlossen wird.



 

Von Anfang an nutzte man die Infrastruktur der stillgelegten Salpeterwerke Brac und Franka, die mehrere Male erneuert und ausgebaut wurde. Ebenso nutzte man die Werkssiedlung der Ex-Oficina Alianza, um hier vornehmlich Arbeiter der Salpetergruben unterzubringen.

In seiner Blütezeit beschäftigte die Oficina Victoria mehr als 2.000 Arbeiter, die gemeinsam mit ihren Familien und anderen Anwohnern eine Bevölkerung von 9.000 Menschen darstellten.

 
Kirche des stillgelegten Salpeterwerks Victoria an der Straßenecke Antofagasta - Valdivia (Juli 1979) - Sie wurde später in Iquique in der Straße Las Zampoñas wiederaufgebaut. (Foto: Elisa Flores)
 


 
Krankenhaus der Oficina Victoria, im Hintergrund die Überreste der Oficina Brac (Juli 1979, Foto: Elisa Flores)
 

Die Salpeterstadt konnte nicht nur mit Geschäften, in denen die Bewohner Lebensmittel und andere Notwendigkeiten kaufen konnten, sondern auch mit einem großen rekreativen Angebot aufwarten. Neben den Verwaltungsgebäuden gab es ein Krankenhaus, eine „Pulpería“ (unternehmenseigenes Geschäft), einen Markt, ein Schwimmbad, ein Theater, ein Hotel, eine Post, Sportplätze, Schulen, Polizeiposten, Musik-
kapellen, „Clubes Sociales“ (Klubräume), Sportvereine, eine Feuerwehr, ein Radio und vieles mehr.

 


   
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